Sonntag, 19. Dezember 2010

Führungspositionen in Vereinen

Jeder Verein kennt das Problem: Vorstandswahlen. Gerade wenn im Frühjahr Neuwahlen anstehen, sollten die Überlegungen frühzeitig beginnen. Doch wer ist für die Übernahme von Aufgaben in einem Verein geeignet? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns im heutigen Blogeintrag. Vorerst muss jedoch geklärt werden, was einen Verein auszeichnet oder ihn auszeichnen sollte.

Der Idealtypus eines Vereines besticht besonders durch die Freiwilligkeit seiner Mitglieder und der Ausrichtung seiner Ziele an den Mitgliederinteressen. Weiterhin sollten partizipatorische Entscheidungsstrukturen das Bild eines Vereines prägen. Der Idealtypus ist aber wie so oft nicht immer oder nur sehr selten auf die Realität übertragbar. Doch wie sollte ein Verein in der heutigen Zeit aufgestellt sein, um erfolgreich zu sein und dabei liegt die Betrachtungsweise wie Erfolg definiert ist in den Zielen, die sich ein Verein setzt. So gibt es zum Beispiel Vereine, die sich auf eine bestimmte Tätigkeit beschränken, aber auch Vereine, die ihren Mitgliedern ein breit gefächtertes Angebot bieten möchten. Diese Betrachtung führt uns zu der ersten Eigenschaft, die ein Mitglied eines Vorstandes haben sollte: Er sollte wissen, was die Ziele des Vereines sind.
Wie bereits zu Beginn erläutert sollten diese Ziele an den Mitgliederinteressen ausgerichtet sein. Diese Eigenschaft, aber auch die Kenntnis der Ziele, zeichnet jedoch nicht nur einen Verein aus, sondern auch jedes beliebige Unternehmen, das an einem Markt tätig ist. Daraus lässt sich auch die Beobachtung erklären, warum so viele Vereine immer mehr einem Unternehmen gleichen. Häufig findet man sogar zwei Organisationsformen. Zum einem den ursprünglichen Verein und zum anderen ein hierarchisch aufgebautes Unternehmen mit ähnlichem Namen und dem Firmenzusatz der AG, Gmbh oder anderen.
Ein Verein ähnelt somit in einigen Punkten einem Unternehmen, aber es gibt zwei entscheidende Unterschiede. Der erste ist die Wirtschaftlichkeit. Unternehmen wie eine AG oder GmbH bauen auf dem Gedanken eines wirtschaftlichen Vereines auf (§ 22 BGB), während der Verein im allgemeinen Sprachgebrauch einen nicht wirtschaftlichen Verein nach § 21 BGB beschreibt. Der zweite entscheidene Unterschied ist die Freiwilligkeit. Und genau dies ist und sollte einen Verein unserer Meinung nach besonders auszeichen. In einem Verein sollten sich Menschen treffen, die nicht nur die gleichen Ziele verfolgen, sondern sich auch verstehen und damit meinen wir Menschen, die „auf einer Wellenlänge“ sind. Ein Verein sollte Geborgenheit bieten. Ein Verein muss keine langjährigen Traditionen haben wie es Vereinen häufig nachgesagt wird. Ein Verein kann Traditionen haben, die von den Mitgliedern gerne gepflegt werden, aber sie sollten keine Regeln sein, die nicht gebrochen werden dürfen. Geborgenheit sollte sich durch gegenseitige Unterstützung, Rücksichtnahme und einer gemeinsamen Leidenschaft auszeichnen.

Und aus diesem Grund sollten die Personen in einem Vorstand, der über die Zukunft des Vereines nachdenkt und entscheidet, nicht nur die Ziele und Interessen der Mitglieder gut kennen, sondern mit Leidenschaft an das Engagement herangehen und im Laufe seiner Amtszeit versuchen diese Leidenschaft auf die Mitglieder zu übertragen, denn engagierte, „brennende“ Mitglieder sind der Schatz eines jeden Vereines, denn sie „übertragen weitere Funken“.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Sponsoring

Sponsoring gewinnt zunehmend an Bedeutung für Unternehmen. Die Below-the-line-Aktivität versucht markenspezifische oder Unternehmensinformationen zu übertragen. Unter Sponsoring versteht man im Allgemeinen einen Prozess (Planung, Organisation, Durchführung sowie Controlling), um eine Person, Organisation oder Team im Bereich Sport, Kultur, Soziales oder Umwelt zu unterstützen. Mit dem Sponsoring sollen Kommunikationsziele erreicht werden. Eine derartige Kooperation ist im Idealfall eine win-win-Situation für beide Parteien.

Sponsoring hat drei Funktionen: Transport-Funktion, Transfer-Funktion und Strategie-Funktion.

Bei der Transport-Funktion soll die gesponsorte Person oder Organisation die Aufmerksamkeit auf den Sponsor erhöhen, da Sponsoring ein viel höheres Bewusstsein für eine Marke schaffen kann als klassische Werbung. Das Sponsoring-Management sollte in diesem Fall eine langzeitige Bindung mit dem Gesponsorten eingehen.

Die Transfer-Funktion soll Eigenschaften oder ein Image von dem Gesponsorten auf den Sponsor übertragen. Dies wird gemacht, da das Image eine hohe Relevanz für Kaufentscheidungen hat. Image-Transfer ist nur möglich, wenn der Gesponsorte zu dem Sponsor passt. Dies bezeichnet man als den sogenannten Sponsor-Fit. Aber auch einzelne Eigenschaften können übertragen werden, wie beispielsweise "dynamisch", "erfolgreich" oder "bekannt".

Die Stragetische Funktion ist nicht für das operative Marketing verwendbar, da Langzeit-Business-Strategien im Vordergrund stehe. Ziele einer derartigen Funktion können die Verbesserung von Geschäftsbeziehungen sein. Zielgruppen sind nicht primär die Konsumenten, sondern Stakeholder, deren Wohlwollen für das Unternehmen wichtig ist.

Der Sponsoring-Prozess setzt sich aus sechs Elementen zusammen. Zunächst einmal wird an einem derartigen Prozess über Sponsoringgrundsätze und -philosophie nachgedacht. Dies beinhaltet, dass man Leitlinien für das Sponsoring-Management verfasst.

Der darauffolgende Schritt ist eine Situationsanalyse. Hierfür eignet sich besonders die SWOT-Analyse. Mit Hilfe dieses Analyse-Tools könne interne und extrerne Faktoren bewertet werden. Externe Faktoren könnten zum Beispiel Marktchancen und -risiken sein; interne zum Beispiel Stärken und Schwächen in der finanziellen Struktur.

Das dritte Element des Prozesses ist die strategische Planung. Dort muss festgelegt werden, was das Sponsoring-Objekt ist, wer die Zeilgruppe ist, was Ziele sind und wie hoch das Budget angesetzt werden kann.

Nach der strategischen Planung folgt die operative Implementierung. Hier werden wiederum Ziele definiert, jedoch mit vorgegebenen Zielwerten. Desweiteren wird das Budget verteilt und der zu Unterstützende ausgewählt.

Die letzten beiden Elemente sind die Durchführung sowie die Kontrolle des Sponsoring. In der Praxis gibt es einige Evaluations-Tools. Vor allem wird dort sie Marktforschung angewandt.

Zukünftig wird das Sponsoring immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das Sponsoring-Etat wird jedoch zukünftig nur noch degressiv steigen.

Montag, 6. Dezember 2010

WM-Vergabe an Katar

Die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft an den Wüstenstaat Katar polarisiert. Befürworter sowie Gegner liefern sich heftige Diskussionen. Natürlich gibt es für beide Seiten schlagkräftige Argumente. Jedoch wirkt es so, als habe die Vergabe kommerzielle Hintergründe. Das Prestige-trächtige Freundschaftsspiel Brasilien gegen Argentienien im November diesen Jahres haben sich die Funktionäre Katars erkauft, um der Welt zu zeigen, dass sie in der Lage sind, hochkarätigen Fußball auszutragen. Im Land der Scheiche stellen sie die Weichen für die Weltmeisterschaft 2022. Dennoch müssen Fußballspieler und Fans dort mit 50°C im Schatten kämpfen.

Natürlich hat der Praktiker Franz Beckenbauer für diese Problematik eine Lösung. Die Weltmeisterschaft soll im Winter stattfinden. ALlerdings könnte es hier zu Terminschwierigkeiten kommen, da zur gleichen Zeit die Olympischen Winterspiele stattfinden. Die Hochburg des europäischen Fußballs wird in diesem Zeitraum, sollte sich das Klima bis dahin nicht radikal verändern, von einer Schneedecke umhüllt sein. Können Sie sich eine Fanmeile vorstellen, auf der die Menschen zittern vor Kälte oder zu Hause Fernsehn schauen mit Crêpe und Glühwein anstatt mit Freunden draußen grillend und bierverzehrend zu feiern? Die großen Bierkonzerne werden sich bedanken und sich dreimal überlegen, ob sie so eine Veranstaltung unterstützen.

Selbstverständlich gibt es auch Alternativen zu diesem nicht ganz ernstgemeinten Vorschlag. In Katar sollen die Fußballspiele und die Fanbereiche auf erträgliche Temperaturen klimatisiert werden. Ob dies jedoch gut für die Umwelt, die Sportler und die Zuschauer ist, soll an dieser Stelle angezweifelt werden. Ob die Technik bis 2022 soweit ausgereift ist, dass größere Umweltschäden vermieden werden können, bleibt abzuwarten. Jedoch lässt sich heutzutage schon feststellen, dass die dort verschwendeten Ressourcen anders eingesetzt werden sollten.

Als Pro-Argument wird immer verwendet, dass die Stadien hinterher in einem afrikanischen Land wieder aufgebaut werden sollen. Im ersten Moment klingt das wie eine gute Idee. Denkt man genauer darüber nach, erscheint es unwahrscheinlich, dass in Ländern, die große infrastrukturelle Problem haben, eine Erhaltung dieser High-Tech-Stadien möglich sein wird.

Alles in allem war die Wahl eine Entscheidung für das Geld und gegen die Seele des Fußballs.